Musik & Rap

Beats selber machen – kostenlos am Handy oder PC

  • 5 Minuten Lesezeit
  • Für Jugendliche
  • Stand: 28. Oktober 2026
Hände auf einem Pad-Controller vor einem Laptop mit Step-Sequencer – Symbolbild (KI-generiert)

Für deinen ersten Beat brauchst du kein teures Studio. Ein Handy, ein Tablet oder ein ganz normaler Laptop reichen völlig – und die Programme dafür gibt es kostenlos. Viele bekannte Produzentinnen und Produzenten haben genau so angefangen: mit einer Gratis-App und viel Neugier.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche kostenlosen Programme sich für Einsteiger eignen, wie ein Hip-Hop-Beat aufgebaut ist und wie du Schritt für Schritt deinen ersten eigenen Beat baust. So arbeiten wir auch in den Beat-Workshops von INfreestyle.

Dein erster Beat in 7 Schritten

Die Schritte funktionieren in jedem Programm gleich – egal ob GarageBand, BandLab oder LMMS. Nur die Knöpfe heißen ein bisschen anders.

  1. Tempo festlegen

    Stell das Tempo ein, gemessen in BPM (Schläge pro Minute). Für klassischen Hip-Hop, den sogenannten Boom-Bap, passen 85 bis 95 BPM. Trap-Beats liegen meist bei 130 bis 150 BPM, fühlen sich aber halb so schnell an. Für den Anfang: 90 BPM.

  2. Kick und Snare setzen

    Öffne einen Drum-Sequencer mit 16 Feldern pro Takt. Setz die Snare auf Feld 5 und 13 – das sind die Schläge zwei und vier, auf die man mit dem Kopf nickt. Die Kick kommt auf Feld 1 und dazu ein, zwei weitere Felder, zum Beispiel 9 und 11. Schon groovt es.

  3. Hi-Hats für Bewegung

    Setz eine geschlossene Hi-Hat auf jedes zweite Feld (1, 3, 5 …). Für mehr Tempo nimm jedes Feld. Wenn du einzelne Hi-Hats etwas leiser machst, klingt der Beat menschlicher und weniger nach Maschine.

  4. Melodie oder Sample hinzufügen

    Wähle ein Instrument, zum Beispiel ein Klavier oder einen Synthesizer, und spiel eine kurze Melodie aus drei oder vier Akkorden. Halte sie einfach: Ein Beat soll Platz für die Stimme lassen. Alternativ nimmst du einen lizenzfreien Loop aus der Bibliothek deines Programms.

  5. Bassline bauen

    Der Bass verbindet Drums und Melodie. Spiel die Grundtöne deiner Akkorde tief und lass sie möglichst mit der Kick zusammenfallen. Im Trap wird dafür oft eine 808-Bassdrum mit langem Ausklang genutzt.

  6. Arrangieren

    Kopiere deinen Loop und baue daraus einen Song: vier Takte Intro mit wenig Elementen, 16 Takte Strophe, 8 Takte Hook mit allen Elementen, dann wieder Strophe. Nimm in einzelnen Takten Spuren heraus – solche Pausen machen einen Beat spannend.

  7. Lautstärken anpassen und exportieren

    Hör dir den Beat leise und laut an, auch mit Handy-Lautsprechern. Ist die Kick zu dumpf, die Hi-Hat zu schrill? Pass die Lautstärken an, bis nichts heraussticht. Exportiere den Beat dann als WAV oder MP3 – fertig ist dein erstes Instrumental.

Kostenlose Programme für Einsteiger

Diese Programme sind kostenlos und eignen sich gut für den Start. Wichtig: Für manche brauchst du ein Konto. Lies vorher die Nutzungsbedingungen und das Mindestalter und sprich mit deinen Eltern, wenn du jünger bist.

  • GarageBand (iPhone, iPad, Mac): bei Apple-Geräten kostenlos dabei, mit Drum-Sequencer, virtuellen Instrumenten und vielen Loops. Sehr einsteigerfreundlich.
  • BandLab (Browser, Android, iPhone): kostenloses Musikstudio im Browser und als App, funktioniert auch auf älteren Rechnern. Benötigt ein Konto.
  • LMMS (Windows, Mac, Linux): kostenloses Open-Source-Programm für den PC mit Step-Sequencer, Synthesizern und Piano-Roll. Etwas mehr Einarbeitung, dafür sehr mächtig.

Wie ist ein Hip-Hop-Beat aufgebaut?

Fast jeder Beat besteht aus vier Bausteinen: Drums für den Rhythmus, Bass für das Fundament, Melodie oder Sample für die Stimmung und Effekte für Abwechslung. Der Klassiker ist der Takt mit Snare auf zwei und vier, die Kick variiert dazwischen.

Du musst keine Noten lesen können. Die meisten Programme arbeiten mit Rastern, in die du Töne einfach hineinklickst. Viel wichtiger als Theorie ist dein Gehör: Wenn du beim Hören mit dem Kopf nickst, bist du auf dem richtigen Weg.

Samples und Urheberrecht

Ein Stück aus einem bekannten Song zu „samplen“ ist im Hip-Hop eine lange Tradition. Rechtlich ist es aber heikel: Wenn du fremde Aufnahmen ohne Erlaubnis verwendest und deinen Beat veröffentlichst, kann das teuer werden. Nutze deshalb Loops und Sounds, die in deinem Programm enthalten oder ausdrücklich lizenzfrei sind, oder nimm eigene Geräusche auf.

Eigene Sounds machen deine Beats ohnehin einzigartig: Ein Schlag auf den Tisch wird zur Snare, ein Schlüsselbund zur Hi-Hat, deine Stimme zum Sample.

Tipps aus unseren Beat-Workshops

Diese Hinweise geben unsere Produzenten-Coaches immer wieder:

  • Weniger ist mehr: Drei gute Spuren klingen besser als zehn mittelmäßige.
  • Speichere oft und unter neuem Namen, dann kannst du jederzeit zurück.
  • Mach Pausen: Nach einer Stunde hört das Ohr nicht mehr fair. Morgen klingt alles anders.
  • Bau Beats für andere: Wenn Freunde darauf rappen, lernst du am meisten über deinen Mix.
  • Kopfhörer sind okay für den Start. Hör aber immer auch über Lautsprecher gegen.

Häufige Fragen

Kann man kostenlos Beats machen?

Ja. Mit GarageBand (Apple), BandLab (Browser und App) oder LMMS (PC) bekommst du vollwertige Programme ohne Kosten. Für den Anfang brauchst du nichts weiter als dein Handy oder deinen Laptop.

Welche App ist für Anfänger am besten?

Auf Apple-Geräten ist GarageBand am einfachsten, weil es schon installiert ist. Auf Android und im Browser ist BandLab eine gute Wahl. Wer am PC tiefer einsteigen will, probiert LMMS.

Brauche ich ein Keyboard oder Mikrofon?

Nein. Alle genannten Programme lassen sich mit Maus oder Touchscreen bedienen. Ein kleines Keyboard macht das Einspielen von Melodien leichter, ist aber kein Muss.

Darf ich meine Beats veröffentlichen?

Ja, wenn alle Sounds von dir stammen oder lizenzfrei sind. Fremde Samples aus Songs darfst du ohne Erlaubnis nicht veröffentlichen. Prüf bei Loops aus Apps, ob sie für Veröffentlichungen freigegeben sind.

Wie lange dauert es, einen Beat zu bauen?

Einen einfachen Loop schaffst du in 30 Minuten. Ein fertig arrangierter Beat mit sauberer Lautstärkeabstimmung dauert eher ein paar Stunden – mit Übung wirst du schneller.